Festgottesdienst 2010
Mehr Gerechtigkeit, da hat jeder und jede vermutlich sofort klare Vorstellungen. Alles was Recht ist, da sind sich alle einig, meinen wir oft. Und was ist eine gesunde Lebenswelt?
Mehr Gerechtigkeit, da hat jeder und jede vermutlich sofort klare Vorstellungen. Alles was Recht ist, da sind sich alle einig, meinen wir oft. Und was ist eine gesunde Lebenswelt? Unsere hochzivilisierte Welt mit Technik und Beton? Langsam merken auch wir, es gibt Ungerechtigkeit, selbst unter Kindern, die einen sind reich, die anderen arm. Was die einen aber als arm bezeichnen, nennen andere reich.
Oder ist eine gesunde Lebenswelt ein unberührtes Dorf irgendwo in Afrika, vorausgesetzt die Ernährungslage ist komfortabel?
Ist so ein Leben gerecht oder ungerecht
Was gehört dazu und wer bestimmt, was zu einer gesunden Lebenswelt gehört? Es sind oft die Mächtigen die das bestimmen. Dann werden als Hilfe gegen die Ungerechtigkeit alle Segnungen der sogenannten zivilisierten Welt über einem Dorf irgendwo in Afrika ausgekippt. Und ein Dorf ohne WC und vor allem WC-Reiniger ist dann definitiv ungesund. Sie merken schon das ist nicht ganz korrekt und soll für vieles stehen. Jeder kennt die leidvollen Schicksale, die indigene Völker erlitten haben und deren Folgen bis heute wirken. Betrunkene, desillusionierte indianische Menschen in Reservaten in Amerika, gestrandete Ureinwohner Australiens am Rande der Metropolen, Boliviens Kahlschläge hinterlassen Heimatlose Menschen. In Alaska tut es der Klimawandel. Lebenswelten, die jeder dort lebende durchaus für gesund und lebenswert hielt, werden zerstört.
Wo ist die Gerechtigkeit? Die gesunde Lebenswelt wird brutal neu definiert.
Im Gegenzug wächst die Zahl der Menschen, die genau hinsehen, sich engagieren. Viele treibt eine große Sehnsucht nach dem ursprünglichen Leben. Aber die Welt lässt sich von ein paar Spinnern nicht aufhalten.
Was haben wir anderen in unserer Lebenswelt? Beton, Autos, Flugzeuge, Lärm, Geschmacksverstärker, Genmanipulation, ADHS, Allergien, Suchtkrankheiten, psychische Leiden schon bei Kindern, und in die Sonne geht’s nur noch mit Lichtschutzfaktor 20.
Die Frage danach ob das Gesund ist, erübrigt sich wohl, ist das gerecht?
Ich sah mal eine Karikatur der Arche Noah um das Jahr 2050, alle Tiere gingen über viel Müll und Abfall an Bord, Gott stand in der offenen Luke und hielt den Menschen abwehrend die Hand entgegen. Die Unterschrift des Bildes war: „Nein, nein, diesmal machen wir es ohne euch.
- „Aber ich bin doch unmöglich verantwortlich dafür wo ich geboren wurde und was die Mächtigen in meinem Land entscheiden, kann ich nicht beeinflussen.“ Könnte manch einer sagen.
Vielleicht stimmt das, vielleicht auch nicht.
Wir sind oft so beschäftigt mit dem suchen nach Gerechtigkeit für uns selber und einer gesunden Nische, dass gar nicht mehr auffällt, dass es Z.B., jetzt auch auf dem Dach der Welt Coca Cola gibt. Das erste was diese Menschen aus der sogenannten Zivilisation geschenkt bekamen, war Cola.
Das Dach der Welt Tibet, war einmal unberührt und ein Hort der Spiritualität, eine Oase des Glaubens. Es leben keine Christen dort aber es lebt die Spiritualität, eine geistige Haltung der Kraft, die auf das hinweist, was definitiv größer ist als wir. Auf Gott würden wir sagen, um es zu beschreiben, alles was Menschen Sinn und Halt geben kann wurde dort jahrtausende lang in aller Bescheidenheit kultiviert. Nun haben sie Cola.
Warum erzähle ich Ihnen das alles?
Weil es bei all unseren Fragen nach Gerechtigkeit und Gesundheit immer Unklarheit und Unstimmigkeit geben wird, denn alles ist, wie Sie längst bemerkt haben, eine Definitionsfrage.
Wie bekommen wir nun Klarheit? Von Gott schön wärs ja aber so einfach macht er es uns nicht:
Es war einmal ein Mann der 38 Jahre lang krank und gelähmt an einem Teich saß, von dem es hieß, dass, wenn man darin badet, man geheilt ist. Aber andere waren immer wendiger und schneller als er und niemand half ihm. Alle waren nur an ihrer eigenen Heilung interessiert. Jesus kam an diesen Teich und sprach den Mann an: „Willst du geheilt werden?“ Der Mann antwortete ihm, dass er es nie rechtzeitig in den Teich schaffe, immer sind andere schneller. „Ich habe niemanden der mich an den Teich bringen könnte.“ Aber Jesus sagte nur zu ihm: „Steh auf, nimm dein Bett und gehe hin“ und er war geheilt, stand auf, nahm sein Bett und ging hin.
Man kann sich lange darüber den Kopf zerbrechen, warum Jesus diesen Mann auswählte, die Bibel sagt: weil er schon so lange gewartet hat. Andere warten vielleicht auch lange auf Gerechtigkeit und Gesundheit……
Was immer wieder auffällt, wenn Jesus etwas tut ist, dass er die wahren Bedürfnisse der Menschen hinter ihren Wünschen entdeckt. Und Jesus führt sie zu sich und zum Glauben der ihnen Stärke verleiht.
Manchmal wünschen wir uns so vieles und wundern uns wie wenig es uns befriedigt, wenn wir es dann haben. Gesund ist das nicht. Kindern geht das auch so, sie brauchen uns dringend um das eine vom anderen unterscheiden zu lernen.
Sie benötigen Trinken, keine Cola, sie brauchen Essen, kein Mc Donalds, sie brauchen Wärme, kein Adidas, sie brauchen bedingungslose Liebe, keinen der alles durchgehen lässt, sie brauchen Ruhe und Frieden, keinen Lärm und Angst, Märchen statt Gruselfilme, sie brauchen Bildung, keine Lernfabrik, sie brauchen Schönheit, nicht aus dem Kaufhaus, Natur und Kunst, sie brauchen Raum für die Frage nach dem was größer ist als sie selber, keine selbstgebastelten Götzenfiguren aus Jugendzeitschriften.
Das alles können Kinder sich nicht selber geben, wir Erwachsenen können für vieles schon selber sorgen, tun wir aber oft nicht. Gehen sie mal in sich. Wir sorgen für alles Mögliche, nur nicht für die grundlegendsten Dinge: Natürliches Essen ist zu anstrengend und teuer, Adidas besänftigt das Ego, Schulen werden schon irgendwie überstanden, Autos sind eben laut, Fernsehen gibt es nun mal und auch Zeitschriften u.s.w.
Da liegen wir dann an unserem Teich Betesda und warten dass jemand uns aufhilft und zu Heilung bringt, denn insgeheim wissen wir, das unsere Lebensweise ungesund ist und wir zwar alles haben wollen, aber es nicht wirklich brauchen.
Irgendwann sind es dann 38 Jahre, die wir gelähmt am Teich verbringen, während die Welt und unsere Kinder verderben.
Lassen wir uns von unserem Grundbedürfnis nach Spiritualität anregen, nach Jesus Ausschau zu halten, nach Gott? Oder ist diese Sehnsucht längst abgestorben? Unsere Kinder sind noch erfüllt von dieser Sehnsucht und brauchen uns als Wegweiser.
Wenn wir ihm allerdings begegnen, dann müssen wir heilen, aufstehen, unser Bett nehmen und gehen. Gott zu begegnen ist oft unbequem.
Manchmal brauchen wir zur Heilung etwas Hilfe von oben, entdecken sie mutig Ihre wahren Bedürfnisse, lassen sie sich von Jesus aufscheuchen für Ihre Kinder und eine gesunde gerechte Welt.
Amen



