Therapeutische Ansätze
Systemisch-lösungsorientierter Ansatz
in Arbeit
Tiefenpsychologische Aspekte in der therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Dies bedeutet:
- aktive Hilfe zur Problembewältigung, d.h. den Kindern und Jugendlichen wird aktiv Hilfestellung zum Überwinden ihrer Probleme gegeben. Dadurch können sie neue konstruktive Fertigkeiten und Fähigkeiten erwerben bzw. ihre vorher nicht genutzten Fertigkeiten und Fähigkeiten aktivieren, um konkrete Schwierigkeiten zu überwinden.
- dabei zu helfen, dass Kinder und Jugendliche ihr Erleben besser ausdrücken und verstehen lernen, damit sie sich besser akzeptieren und sich dadurch auch anders verhalten können. Das heißt, dass sie auf ihre Einstellungen, Gesanken, Emotionen, Verhaltensweisen aufmerksam gemacht werden, damit diese in einen neuen Zusammenhang gestellt werden können und besser verstanden werden.
- das Erfahren von neuen positiven Beziehungsqualitäten, damit auch köärungs- und problembewältigungsorientierte therapeutische Interventionen möglich werden.
Pädagogisches Kinder- und Jugendpsychodrama
Dies bedeutet:
- Beachtung der besonderen Bedeutung der Gruppe der Gleichaltrigen für die Persönlichkeitsbildung und Entwicklung. Die Peergruppe wird als eine Sozialisationsinstanz herausgestellt, die in ihrer Wirksamkeit mit der Familie vergleichbar ist. Sie bietet die Möglichkeit zu aktivem Ausleben und Ausspielen von Konflikten im gemeinsamen Spiel. Sie erlaubt, neue Rollen zu erproben und zu prüfen. Sie bewirkt durch die Sozialisierung des Kindes im Sinne der Kommunikation und der Kooperation die Überwindung des Egozentrismus und die Stärkung egalitärer Komponenten durch Anerkennung und Ablehnung. Und sie stellt dem Einzelnen die Aufgabe, sein Verhältnis zu den anderen zu bestimmen.
- Durch diese gruppenzentrierte Ausrichtung rückt die Gruppe als Ganzes in den Mittelpunkt, das Netz der Beziehungen zwischen den Einzelnen in ihrem jeweiligen Kontext. Die Gruppe wird psychodynamisch nicht nur als Ort, wo Szenen reproduziert werden, gesehen, sondern soziodynamisch auch als soziale Realität, in der sich soziale Kompetenz und Performanz entwickeln lässt. Dadurch übernimmt die Gruppe wichtige entwicklungsfördernde, sozialisierende Funktionen. In diesem Prozess der Entwicklung und Neusozialisation, die der Einzelne und die Gesamtgruppe gemeinsam vollziehen müssen, geschieht Heilung, indem die neuen Handlungserfahrungen zu einer tiefgreifenden Veränderung des Selbst führen.
- Wichtige Psychodrama-Techniken werden aus der Rollenentwicklung des Kindes abgeleitet. Grundlage ist dabei das Spiel als eine Form des ursprünglichen Erlebens, als ein Prinzip der Selbst-Heilung. Das Spiel ist nicht nur kreativ verfremdete Inszenierung eines Konfliktes, sondern auch aktive Umsetzung und Bearbeitung von Erfahrungen, ein Stück Bewältigungsarbeit. Im Spiel erlebt sich der Einzelne als schöpferischer Konstrukteur, als Co-Creator seiner eigenen Lebenswelt. Gefördert werden soll die Spontaneität und Kreativität, dort wo sie eingeengt und beschränkt wurde. So wird das Psychodrama ein Ort der Neugeburt, zu einem anderen, befriedigenderen Leben.
- Im Kinder- und Jugendbereich ist dabei das primäre Medium der Therapie das Symbolspiel. Hier entdeckt der Einzelne die schöpferische Dimension und verweist die konkrete Existenz in ihre wahren Schranken, eine Welt unter möglichen Welten zu sein. Wichtig dabei ist eine schnelle Umwandlung von Vorstellungen und Gefühlen in motorischen Ausdruck, die Beachtung der Impulsivität und Sprunghaftigkeit von Kindern, deren schwache Ich-Struktur mit geringer Frustrationstoleranz und Steuerung, sowie die unzureichende Ausbildung des Über-Ichs. Denn vor allem bei Kindern kann noch keine Bereitschaft und Fähigkeit vorausgesetzt werden, sich auf ein Verbalisieren ihrer Phantasien, Wünsche, Gedanken und Gefühle zu beschränken.



