Einzeltherapien
*"Therapie ist ein Prozess, bei dem zwei Personen zusammen sind, um herauszufinden, was zum Teufel der eine von beiden will."* Milton Erickson
Die TherapeutInnen führen, entsprechend ihrer Verantwortlichkeit für die Wohngruppen, mit den Kindern und Jugendlichen Einzeltherapien durch. Viele Jugendliche sind uns gegenüber zunächst misstrauisch. Sie wollen nicht als "verrückt" gelten bzw. sich selbst und anderen nicht eingestehen, dass sie Schwierigkeiten haben, für deren Lösung sie Hilfe benötigen. Vor allem Jugendliche mit Psychiatrieerfahrung lehnen standardisierte Test- und Therapieverfahren sowie therapeutische Hilfen zunächst oft ab. Im weiteren Therapieverlauf spüren die meisten Kinder und Jugendlichen dann, dass ihre persönliche Wahrnehmung und Meinung ernst genommen wird. Sie erleben die TherapeutInnen als humorvolle und wertschätzende Personen. In der Regel wird die Geduld und das Verständnis der TherapeutInnen dahingehend wirksam, dass eine ausreichend vertrauensvolle Beziehung entsteht, um nach Lösungswegen für Probleme Ausschau zu halten.
Grundsätzlich arbeiten die TherapeutInnen lösungs- und ressourcenorientiert. Sie suchen gemeinsam mit den jungen Menschen nach Ausnahmen von Problemverhalten, helfen ihnen bei der Formulierung konkreter Ziele und bestärken sie bei Fortschritten. Dabei setzen sie in erster Linie kreative, gestalterische und spielerische Methoden ein.
Beispielsweise kann ein Kind unter Anleitung des Therapeuten ein sogenanntes "Ressourcenbrettspiel" herstellen, in dem das Kind selbst das Ziel, die Hindernisse und die Lösungen der Hindernisse festlegt. Es wählt sich eine positiv besetzte Figur (Kino-, Comic-Held, Rapstar), von der es symbolisch bei der Zielerreichung unterstützt wird. Hindernisse können oft spontan auf die tatsächliche Lebenssituation des Kindes übertragen werden. Auch die Spiel-Lösungsvorschläge der Kinder können anregen, nach Lösungen in der Wirklichkeit Ausschau zu halten. Diese hypnotherapeutische Methode (nach Mills & Crowley 1998) erlaubt stärkende Suggestionen und bietet Stoff für weitere Einzelkontakte.
Inhaltliche Schwerpunkte der Therapie sind u.a.
- ressourcenorientierte Biografiearbeit,
- Stärkung von Fähigkeiten zur Bewältigung von und Entspannung in Stresssituationen,
- die Entwicklung neuer Handlungsstrategien sowie
- das Einüben sozial verträglicher Verhaltensweisen (siehe themenzentrierte Gruppenarbeit).



