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Häufig gestellte Fragen

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle gern häufgi gestellte Fragen zur Immersion beantworten, wie beispielsweise ob Kinder mit so vielen Sprachen nicht überfordert sind, wozu dies überhaupt hilfreich ist und wie Kinder bei uns Sprache lernen. Für darüber hinaus gehende Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung.

Haben Sie Fragen ? In dieser Rubrik können wir Ihnen hoffentlich weiterhelfen.

 

Was ist Begegnungsunterricht?
In Sachsen-Anhalt ist seit dem Schuljahr 2004/05 an allen Grundschulen Unterricht in einer Fremdsprache (in der Regel Englisch) ab der 3. Klasse Pflicht. Wöchentlich werden 2 Stunden unterrichtet. Den Unterricht erteilen deutsche LehrerInnen, die eine Zusatzausbildung in Englisch absolviert haben.
Das Ziel ist dabei nicht die Zweisprachigkeit, sondern den Referenzrahmen Stufe A1 zu erreichen.

Was ist Immersion?
Immersion bedeutet, in die fremde Sprache eintauchen. Dabei ist diese neue Sprache die Umgangssprache und Arbeitssprache, auch wenn sie die Kinder zu Beginn nicht kennen. Sie erschließen sich die neue Sprache selbst, nämlich aus dem Zusammenhang, in dem sie gebraucht wird. Immersion folgt den Prinzipien der Psycholinguistik. So lernt ein Mensch auch seine Muttersprache. Die Sprache wird dabei nicht zum Thema gemacht und Grammatik und Vokabeln stehen nicht im Vordergrund. Der Spracherwerb ist frei von (Zeit)Druck. Die Erzieher und Lehrer unterstützen alles, was sie sagen durch Gesten und Zeigen. Die fremde Sprache wird ganz natürlich gelernt. Deshalb überfordert Immersion auch nicht.
Es werden ausschließlich Muttersprachler (bei uns also deutsche, englischsprachige und französischsprachige Lehrer/ Erzieher) eingesetzt. Diese sprechen ausschließlich ihre Muttersprache. Immersion ist derzeit die weltweit erfolgreichste Methode für den Spracherwerb. Sie erfordert, dass viel Zeit mit der neuen Sprache verbracht wird. In einer Ganztagsschule mit einem Hort, die die fremde Sprache über den gesamten Tag verteilt zur Verfügung stellen, ist Immersion tatsächlich möglich.

Was heißt bilingual?
Bilingual heißt zweisprachig. Bi = zwei, Lingua = Sprache. Mit dem Begriff ist keine bestimmte Lernmethode verbunden. Zweisprachigkeit kann durch verschiedene Lehr-/Lernmethoden erreicht werden. Eine besonders effektive, ist die Immersion.

Warum ist Immersion in einer Ganztagsschule kindgerecht?
Hier werden die Kinder ohne Druck an die Sprache herangeführt. Den Kindern wird ihr individuelles Tempo gelassen. Es steht genügend Zeit zur Verfügung. Der Tag wird kindgerecht in Phasen der Anspannung und Entspannung strukturiert.
Immersion ermöglicht intuitives Sprachenlernen. Der Unterricht hier ist sehr vielfältig und individuell. Immersion macht die Sprache nicht zum Thema. Sprache ist das Werkzeug auf dem Weg zum Wissenserwerb und gleichzeitig Ziel.

Ist mein Kind mit zwei Sprachen überfordert?
Kinder in vielen Familien in Deutschland wachsen mehrsprachig auf. Weniger als ein Drittel der Menschheit wächst einsprachig auf. Jeder Mensch ist in der Lage, zwei und mehr Sprachen zu lernen. Dazu bedarf es keiner besonderen Begabungen. Sprachen werden gut erworben, wenn man viel Zeit mit der Sprache verbringt, der Kontakt vielfältig ist und lange ermöglicht wird. Wenn eine kindgerechte Methode gewählt wird (Immersion) und die Tagesstruktur dafür viel Zeit und Möglichkeiten zur Verfügung stellt, ist eine Überforderung nicht zu befürchten.
Schon ein zweisprachiger Kindergarten ist ein guter Anfang für den Zweitsprachenerwerb. Eine zweite Sprache sehr frühzeitig begonnen, fördert grundsätzlich die kognitive Entwicklung eines Kindes und nachhaltig.

Muss mein Kind erst eine Sprache beherrschen, bevor eine zweite hinzukommen darf?
Das ist eine nachweislich falsche These. Kinder können Sprachen gleichzeitig erwerben. Der Mensch ist biologisch auf Mehrsprachigkeit festgelegt, nicht auf Einsprachigkeit. Wenn die Muttersprache zu Schulbeginn altersgemäß entwickelt ist, besteht kein Grund, von einer zweiten Sprache abzuraten. Im Gegenteil, je frühzeitiger der Kontakt zu einer zweiten Sprache hergestellt wird (also bereits im Vorschulalter), um so besser wird die geistige Entwicklung eines Kindes gefördert.
Hirnforscher haben nachgewiesen, dass durch frühzeitigen Zweitsprachenerwerb vielfältigere und zum Teil andere neuronale Verschaltungen im Gehirn während dessen Reifung erfolgen, die sich später positiv z.B. auf die mathematischen Fähigkeiten eines Kindes auswirken können.

Warum braucht mein Kind drei Sprachen?
Ich komme ja auch ganz gut ohne gute Sprachkenntnisse durchs Leben.
Bereits 1995 beschloss die Europäische Kommission als Ziel für die EU-Bürger den Spracherwerb von drei Sprachen auf einem funktional angemessen Niveau. Die Staats- und Regierungschefs der 15 EU-Staaten haben im Frühjahr 2003 in Barcelona beschlossen, dass alle EU-Bürger künftig vom frühesten Kindesalter an zwei Fremdsprachen lernen sollen. Auch die deutsche Kultusministerkonferenz beschloss im März 2003 in Auswertung der PISA-Ergebnisse, als ein künftiges Handlungsfeld deutscher Bildungspolitik, dass an den Schulen der Bundesrepublik der Fremdsprachenerwerb frühzeitig begonnen werden soll.
Die Anforderungen an Sprachen sind im Laufe der letzten Jahre drastisch gestiegen. Sehr gute Sprachenkenntnisse werden in einem offenen Europa und dem sich damit öffnenden europäischen Arbeitsmarkt immer wichtiger.
Vor allem sehr gute Englischkenntnisse sind heute zu einer beruflichen Schlüsselqualifikation geworden. Englisch alleine aber reicht nicht aus. Es muss auch eine zweite Fremdsprache vernünftig beherrscht werden. Französisch als Sprache unseres westeuropäischen Nachbarlandes und anders als englisch und deutsch aus einem anderen Sprachstamm (romanisch) entwickelt, wird an unserer Grundschule vermittelt werden.
Für den einzelnen Menschen eröffnen sich durch Mehrsprachigkeit berufliche Chancen und die Möglichkeit, mit vielen Menschen zu sprechen. Man hat Zugang zu anderen Kulturen, Büchern, Theater, Filmen, Bräuchen. Der eigene Horizont weitet sich, man wird flexibler und vielfältiger. Für die Verständigung in der Welt werden Sprachen immer wichtiger, miteinander reden und sich verstehen ist die Grundlage für die Zusammenarbeit in Europa, und nicht zuletzt Voraussetzung für Frieden.

Warum lernt mein Kind im derzeitigen Schulsystem drei Sprachen nicht gut genug?
Bereits 1995 beschloss die Europäische Kommission als Ziel für die EU-Bürger den Spracherwerb von drei Sprachen auf einem funktional angemessen Niveau. Die Staats- und Regierungschefs der 15 EU-Staaten haben im Frühjahr 2003 in Barcelona beschlossen, dass alle EU-Bürger künftig vom frühesten Kindesalter an zwei Fremdsprachen lernen sollen.
Drei Sprachen auf einem funktional angemessenen Niveau lassen sich nicht erreichen, wenn der Fremdsprachenunterricht erst ab Klasse 3 mit ein bis zwei Wochenstunden eingeführt wird.
Die Zeit reicht nicht. Erfahrungsgemäß reicht sie dann gerade erst, um die erste Fremdsprache - aber auch nur, wenn sie durch bilingualen Unterricht in der weiterführenden Schule vermittelt wird - auf ein funktional angemessenes Niveau zu bringen. Keineswegs reicht die Zeit dann aber noch für eine zweite Sprache. Folglich führt an der Frühvermittlung von Fremdsprachen kein Weg vorbei.

Wo gibt es in meiner Nähe einen bilingualen Kindergarten oder eine bilinguale Grundschule?
In Sachsen-Anhalt gibt es in Trägerschaft des Vereines "au claire de la lune" e.V. in Magdeburg, Bandwirkerstrasse einen französisch-deutschen Kindergarten mit derzeit 40 Plätzen. In Trägerschaft der Stiftung Evangelische Jugendhilfe wird in der trilingualen Kita, Gneisenauring 35 seit 2002 eine englisch-deutsche und eine französisch-deutsche Gruppe mit derzeit je 22 Plätzen angeboten. Die bilinguale Grundschule in Trägerschaft des Elternvereines "ecole" e.V. zog zum Schuljahr 2006/07 in den Ohrelandkreis, nach Barleben.
Mit dem Schuljahr 2005/06 hat die Stiftung Evangelische Jugendhilfe eine Dreisprachige Internationale Grundschule in Magdeburg geöffnet. Hier werden in einer englisch-deutschen und einer französisch-deutschen Klasse Kinder ab Klasse 1 in einer Ganztagsschule nach der Immersionsmethode von MuttersprachlerInnen unterrichtet.

Wie sieht das pädagogische Konzept der Dreisprachigen Internationalen Grundschule aus? 
Wir legen Wert auf den Einsatz von MuttersprachlerInnen und die Nutzung eines ganzen Tages zuzüglich des Hortes für das Fremdsprachenlernen.
(Sprachen)Lernen braucht Zeit, mehr Zeit, als in der Halbtagsschule zur Verfügung steht.  50 % der Schulzeit verbringen die Kinder mit MuttersprachlerInnen. Darüber hinaus hält der Hort von 6.00 Uhr bis 7.30 Uhr und täglich bis 18.00 Uhr Betreuungs- und Bildungsangebote von deutschen und fremdsprachigen ErzieherInnen vor. Dieses große Zeitbudget an Fremdsprachenkontakt stellt somit eine wesentliche Bedingung für erfolgreiche Mehrsprachigkeit dar.
Das didaktisch-methodische Vorgehen der LehrerInnen und ErzieherInnen in der DIG ist durch moderne Unterrichtsmethoden geprägt. Es gibt einen rhythmisierten Tagesablauf. Das individuelle Lernen steht hierbei im Vordergrund. Wir nehmen außerdem nicht nur deutsche Kinder oder Kinder aus bilingualen Familien auf, sondern beschulen auch Migrantenkinder. Damit weitet sich der soziale, religiöse und kulturelle Fokus der Kinder und das Ziel, die Bildung und Erziehung von Weltbürgern, wird lebensweltorientiert angegangen.
Letztlich wird durch die frühzeitige Anbindung der zweiten Fremdsprache dem Ziel der EU - Kommission entsprochen, den SchülerInnen frühzeitig in zwei Fremdsprachen auf ein funktional angemessenes Niveau zu verhelfen.

Wie sieht die bilinguale Bildungslandschaft bei Grundschulen in Deutschland überhaupt aus?
In der gesamten Bundesrepublik Deutschland gibt es derzeit 62 bilinguale Grundschulen. Im Bundesland
Berlin bieten 20 bilinguale Grundschulen frühzeitigen Fremdsprachenunterricht an, davon 5 Englisch, 2 Französisch, 2 Russisch, 2 Spanisch, 2 Italienisch, 2 Türkisch, 1 Griechisch, 2 Portugisisch und 2 Polnisch.
In
Bayern existieren 19 bilinguale Grundschulen, davon 12 Griechisch, 5 Englisch, 1 Japanisch und 1 Französisch.
In
Hamburg gibt es 9
bilinguale Grundschulen, davon 3 Englisch, 1 Italienisch, 2 Türkisch, 2 Spanisch und 1 Polnisch.
Hessen verfügt über 4
bilinguale Grundschulen, 2 Italienische und 2 Französische.
Rheinland-Pfalz hat 3
bilinguale Französische Grundschulen.
In
Nordrhein Westfalen unterrichtet 1
Grundschule Englisch und 1 Grundschule Französisch.
Schleswig-Holstein kann 1
Englische Grundschule aufweisen.
In
Niedersachsen arbeitet 1
Französische Grundschule bilingual.
In
Sachsen existieren 2 sorbische Grundschulen und in Sachsen-Anhalt gibt es derzeit eine
Französische bilinguale Grundschule. Die Stiftung Evangelische Jugendhilfe unterrichtet ab dem Schuljahr 2005/06 in ihrer Dreisprachigen Internationalen Grundschule Kinder ab Klasse 1 in Englisch/Deutsch bzw. Französisch/Deutsch.
In den Bundesländern Baden-Würtemberg, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Thüringen gibt es keine bilinguale Grundschule.

/Quelle: Verein für frühe Mehrsprachigkeit in Kitas und Schulen; www.fmks-online.de /

Gibt es weitere Vorteile von Immersion außer dem Sprachenlernen und der Erziehung zu Weltbürgern?
Die kognitiven Fähigkeiten der Kinder profitieren. Vor allem in Kanada wird Immersion seit ca. 25 Jahren wissenschaftlich begleitet. Die dortigen Testergebnisse der Kinder weisen in diese Richtung.

Was ist der Unterschied zwischen Immersion und lehrgangsorientiertem Unterricht (in einer Fremdsprache)?
Immersion macht Sprache nicht zum Unterrichtsgegenstand, sondern die Sprache ist das Werkzeug. Mit ihr erschließen sich die Kinder selbst die Inhalte in den Sachfächern, z.B. in Sport, Werken, Kunsterziehung… Das Lernen wird den Kindern überlassen, sie finden ihr eigenes Tempo.
Immersionsunterricht ist sehr individuell, dadurch ist diese Methode frei von Druck. Die Kenntnisse, die sich die Kinder in der Fremdsprache erworben haben, stehen dann auch in der Muttersprache zur Verfügung. Der Fachunterricht leidet weder in Qualität noch in Quantität des von den Schülern erworbenen Fachwissens. Bei Immersion steht die Entwicklung der kommunikativen Fähigkeiten im Vordergrund. Die Kinder werden ausschließlich von MuttersprachlerInnen unterrichtet.

Was lernt mein Kind, wenn Englisch in der Grundschule ab Klasse 3 beginnt?
Ein bis zwei Wochenstunden ab Klasse 3 können nicht zu so guten Fremdsprachenkenntnissen wie Immersion führen. Dafür ist die mit der Sprache verbrachte Zeit zu kurz und der sprachliche input zu gering. Die Sprache wird zudem nicht so authentisch wie von MuttersprachlerInnen vermittelt.
Beim Sprachenlernen kommt es auf die Intensität an, das heißt, man beginnt früh und mit sehr viel Zeit. Immersion ist hier die effektivste und effizienteste Methode.
Zwei Wochenstunden ab Klasse 3 bringen ein wesentlich schlechteres Resultat. Enttäuschungen von Eltern und Bildungsverwaltung sind vorprogrammiert. Es besteht zudem die Gefahr, die Fremdsprache sehr formalistisch und weniger lebensecht zu vermitteln. Englisch ab Klasse 3 hat eben das Ziel, erste Sprachkenntnisse zu vermitteln.


Ich selbst kann Fremdsprachen nur sehr schlecht. Ich werde meinem Kind nicht helfen können.
Kann es trotzdem das Ziel der Dreisprachigen Internationalen Grundschule erreichen?
Die Kinder werden über den gesamten Schultag hinweg die Fremdsprache hören, deuten, verstehen und sprechen können. Darin liegt der Vorteil der Ganztagsschule. Hausaufgabenbegleitung wird in der Hortzeit angeboten. Selbst hier werden die Fremdsprachen gegenwärtig sein. Ihr Kind wird also ausreichend Möglichkeiten haben, die erste Fremdsprache auf ein hohes Niveau zu entwickeln. Ebenso ist eine besondere Begabung keineswegs erforderlich. Jedes Kind kann Fremdsprachen lernen.

Wo gibt es Erfahrungen mit Frühvermittlung von Sprachen und Immersion?
Besonders in Kanada, Finnland, Spanien, den USA. In Deutschland: dänische Kitas und Schulen, deutsch-französische Kitas im Saarland, englisch-deutsche Kita und Grundschule in Kiel sowie seit 2005/06 französisch-deutsche bzw. englisch-deutsche Kita und Grundschule in Magdeburg.

Was ist eine Muttersprache?
Die Muttersprache ist im Allgemeinen die Sprache, die ein Kind als erstes erlernt, im sogenannten Primärsprachenerwerb. Manche sprechen auch von Familiensprache. Bei zweisprachig aufwachsenden Kindern kann die Festlegung einer Muttersprache schwierig sein.
Dann sollte man die zur Zeit gerade stärkste Sprache annehmen, wenn es darum geht, ob sie altersgemäß entwickelt ist.

Sollten Migrantenkinder auch eine weitere Sprache in der Schule bekommen?

Im Prinzip spricht nichts dagegen. Wichtig ist, dass Eltern mit den Kindern recht konsequent in ihrer Muttersprache weiter sprechen, damit sich diese altersgemäß entwickeln kann. Außerdem ist es im Umgang mit Migrantenkindern immer wichtig, deren Muttersprache eine hohe Wertschätzung gegenüber zu zeigen - auch ganz unabhängig von Immersion: Je höher die Wertschätzung, desto größer die Selbstsicherheit zum Erlernen von neuen Sprachen.

 

 

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erstellt von admin zuletzt verändert: 26.11.2008 13:26
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