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Rückenwind e.V. Schönebeck

Der Verein „Rückenwind e.V. Schönebeck“ versteht sich als Organisation, die sich brennenden sozialen Fragen der Gegenwart stellt. Nicht (nur) theoretisch, sondern ganz praktisch. Unser Hauptaugenmerk gilt jungen Menschen und ihren Entwicklungsmöglichkeiten und –unmöglichkeiten. Die Region Schönebeck ist unser wichtigstes Wirkungsgebiet. Einige Themen, wie z.B. „Schulversagen“, führen uns auch weit über die Grenzen des Landkreises hinaus. Wir blicken hierbei auf 11 Jahre fachspezifische Erfahrungen zurück.

Seit 1997 ist der Verein Rückenwind Schönebeck intensiv damit befasst, jungen Menschen Unterstützung darin zu geben, schulische Anforderungen auch vor dem Hintergrund schwieriger aktueller sozialer Situationen zu meistern. Als Träger offener Jugendhilfeeinrichtungen sowie von Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung sahen wir uns vor die Aufgabe gestellt, schulische Integration zu unterstützen, weil diese wesentlich dazu beiträgt, erfolgreiche Entwicklungswege junger Menschen zu bahnen.

Ein erster Schritt war deshalb die Teilnahme am Bundesmodellprojekt „Arbeitsweltbezogene  Jugendsozialarbeit“.
Mit dem „Zentrum für alternatives Lernen“ entstand ein Projekt, welches zum damaligen Zeitpunkt als eines der wenigen in der Region in der Lage war, Schülerinnen und Schülern mit langen Verweigerungserfahrungen neue Perspektiven zur Erreichung eines Schulabschlusses zu geben, und kontinuierliche Lernsituationen zu erreichen.
Das Projekt wurde durch das DJI und die Hochschule Magdeburg – Stendal evaluiert, die Ergebnisse waren überzeugend (vgl. hierzu: Simon, T; Uhlig, S. 2000)
Das Zentrum für alternatives Lernen (Z.A.L.) war ein Bundesmodellprojekt, welches von 1998 – 2001 bestand. Ziel war die Herausarbeitung passender Unterstützungsformen im Umgang mit Schulverweigerung. (Förderung durch Bund, Land und örtliches Jugendamt).

Im Projektverlauf wurde deutlich, dass die Störung an sich nur unter Beachtung des gegebenen Kontextes (Familie, Schule, Peer – Group) etc. erklärbar ist. Problematisch sind aus dieser Sicht Hilfen, die sich nur an die betreffenden Jugendlichen wenden.
Deshalb wurden allmählich durch Familienberatung, Fallbesprechungen in Schulen, Projekte in Schulklassen etc. neben der Beschulung andere Aspekte mit einbezogen.

Dieser stärker kontextbezogene Ansatz wurde auf zwei eigenen Fachtagungen (November 1999 und November 2001) der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Hinzu kamen bundesweite Fachtagungen.

Nach Auslaufen des Modellprojektes konnte mit Unterstützung des Landes Sachsen – Anhalt eine Erweiterung und Vertiefung der Arbeit erreicht werden.

Das Netzwerk für soziale Integration und Konzeptentwicklung ist entstanden durch die Evaluierung der Projektergebnisse des ZAL und die Weiterentwicklung der methodischen und fachlich relevanten psychologischen und pädagogischen Prämissen bei der Konzentration auf schulische  Desintegrationsprozesse.
Nunmehr konnte eine stärkere Konzentration auch auf außerschulische Bedingungsfaktoren, insbesondere die Familien, erfolgen.
Es erfolgten erste intensivere Formen der Zusammenarbeit mit Schulen, wie z.B. gemeinsame Einzelfallhilfe, Elternarbeit, Lehrer/innen – Supervision, Fortbildung, Coaching.
Als Träger von Projekten der Schulsozialarbeit konnten wir während der Laufzeit des Landesprojektes Schulsozialarbeit von 1998-2003, sowie der kommunal geförderten Schulsozialarbeit in den Berufsbildenden Schulen Schönebeck viele Erfahrungen sammeln, die sich noch heute im Projekt Navigator (seit 2004) als Handlungsgrundlage wieder finden.
Das Projekt Navigator ist wesentlicher Bestandteil der schulbezogenen sozialen Arbeit im Salzlandkreis (bzw. Altlandkreis Schönebeck). Neben Präventionsangeboten („Bleib ruhig“ – Entspannung und Konzentration; „Von Smokies, Schluckspechten und Vielfraßen…“ – Drogenprävention; „Heikles heiter angehen“ – Sexualerziehung in der Schule) finden mobile Angebote des sozialen Lernens (z.B. „Querdenker“ – Soziales Lernen in der Schule), Media-
tion, Einzelfallhilfen,  Elternarbeit (z.B. „In der Ruhe liegt die Kraft“, „Rauschfrei“, „Von Blümchen und Bienchen“, „Erlebnis Erziehung“, „Pubertät“, „Schulversagen“ etc.) und Lehrerfortbildungen statt. Die hohe Anfrage aus den Schulen, von Fördervereinen und von Eltern macht den enormen Bedarf dieser Arbeit deutlich.
Durch diese langjährige Tätigkeit, mehrere regionale Fachtagungen, die wir selbst bzw. mit Partner/innen ausrichteten, diverse (Lehrer-) Fortbildungen (wir sind in den Katalog der landesweiten Lehrerfortbildungen, sowie in den Angeboten des Landesjugendamtes aufgenommen worden) entstand ein gut funktionierendes Netzwerk, an welchem Schulen, Jugendhilfeträger, Beratungseinrichtungen, öffentliche Einrichtungen (z.B. Jugend- und Ordnungsamt)  teilhaben.

Darüber hinaus haben wir mit Unterstützung des Landes Sachsen – Anhalt begonnen, uns einen Überblick zum Thema „Schulverweigerung – regionale Netzwerke“ in unserem Bundesland zu verschaffen.

Ergebnis dessen war u.a. die Erstellung eines „Branchenbuches Schulversagen“ und eine Handreichung „Methodische Herangehensweise im Umgang mit Klienten (-systemen)“ für auf diesem Gebiet professionell Tätige.

Seit 2006 sind wir Träger des ESF-Projektes „Schulverweigerung - Die zweite Chance“. Innerhalb dieses Projektes wurden die bereits bestehenden Kooperationsstrukturen zwischen den Tätigen vor Ort (öffentlicher Jugendhilfeträger, freie Träger der Jugendhilfe und Jugendsozialarbeit sowie den Schulen) weiter ausgebaut.
Da sich unsere bisherigen Arbeitsansätze, Projekte und Aufgaben hauptsächlich im Gebiet des ehemaligen Landkreises Schönebeck verorteten, halten wir die Kooperation mit der Stiftung Evangelische Jugendhilfe St. Johannis Bernburg für ausgesprochen sinnvoll. Die Stiftung hat im bisherigen Arbeitsfeld des Altlandkreises Bernburg gearbeitet.

 

Netzwerkkoordinatorin: Katrin Hinne (Diplompädagogin, systemische und Familienthera-peutin (DGSF), systemische Supervisorin / Coach)

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erstellt von Meifarth zuletzt verändert: 01.04.2011 11:08
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