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Therapeutischer Dienst

Wenn Kinder und Jugendliche aus ihren Familien heraus genommen werden, bestehen zumeist erhebliche Krisen. In einigen Fällen haben die Kinder und Jugendlichen bereits traumatische Erfahrungen machen müssen. Neben Anzeichen für posttraumatischen Stress zeigen unsere Schutzbefohlenen häufig begleitende Störungen wie hyperkinetische Störungen, affektive Störungen (Depressionen) oder Störungen des Sozialverhaltens. Auch dysfunktionale Bewältigungsstrategien wie Substanzmissbrauch oder selbstverletzendes Verhalten sind zu beobachten. Der therapeutische Dienst der Stiftung nimmt sich der Kinder und Jugendlichen an, die in Bernburg und naher Umgebung in stationären Einrichtungen der Stiftung untergebracht sind. Auch die Jugendlichen der Intensivpädagogischen Einzelmaßnahmen werden therapeutisch begleitet.

Der therapeutische Dienst befindet sich auf dem Gelände der Stiftung. Neben den Zimmern für die Einzelgespräche sind Räumlichkeiten für kreative Arbeiten und für Gruppenarbeiten vorhanden. Die Turnhalle der stiftungsinternen Schule wird ebenfalls für sporttherapeutische Maßnahmen genutzt.Die Therapeuten arbeiten in:

  • Einzelkontakten
  • Gruppenstunden
  • Elternarbeit
  • Diagnostik

Einzelkontakte

Die Einzelgespräche finden regelmäßig, zumeist einmal wöchentlich statt. Bei persönlichen krisen werden zusätzliche Gespräche organisiert. Über die Häufigkeit und Dauer der Einzelkontakte jann der Jugendliche mitbestimmen.

In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen werden tiefenpsychologische, gestalttherapeutische und systemische Methoden angewandt.

Neben den individuellen Aufträgen, die die Klienten entwickeln, steht ein allgemeines übergeordnetes Ziel der therapeutischen Begleitung in einer bestmöglichen Stabilisierung. Die beratende Begleitung des Alltages stellt ein weiteres wichtiges Ziel der Arbeit dar. Dabei wird versucht, den konstruktiven Umgang mit dem Umfeld zu unterstützen und Strategien im Umgang mit Belastungen und Anforderungen zu vermitteln. Innerhalb unseres Lösungsorientierten Umganges mit Aggression stellt die Vermittlung verbal ausgetragenen Konfliktlösungsstrategien ein weiteres Ziel unserer Arbeit dar. Unsere Klienten werden befähigt, Konflikte mit ihren Mitbewohnern in Gesprächen zu thematisieren und aktiv Lösungen zu erarbeiten.

Gruppenstunden

Nach Bedarf werden durch den therapeutischen Dienst Gruppengespräche geleitet. Zumeist wird die Klärung eines Konfliktes innerhalb der Wohngruppe angestrebt. Den Jugendlichen wird vermittelt, dass sie in ihrer Unzufriedenheit ernst genommen werden und ihr Umfeld aktiv beeinflussen können. Dabei hat sich gezeigt, dass die Erfahrung, fair behandelt zu werden und ein Mitspracherecht zu haben, sich positiv auf den Alltag auswirkt. Auch wird unter Nutzung des systemischen Prinzips der Allparteilichkeit und der gewaltlosen Kommunikation ein empathischer und toleranter Umgang untereinander angeregt.

Unter Berücksichtigung einer ressourcenorientierten Grundhaltung werden weiterhin Gruppenaktivitäten angeboten, die den Zusammenhalt fördern, Selbstwirksamkeit erlebt und soziale Erfahrungen ermöglichen sollen. So werden gruppenübergreifend Angebote zum Sport und zur kreativen Arbeit angeboten. Beim gemeinsamen Sport soll zudem der Umgang mit Erfolg und Misserfolg erlernt werden, kreative Angebote geben die Möglichkeit, sich außerhalb der sprachlichen Mittel auszudrücken.

Elternarbeit

Auf Wunsch arbeitet der therapeutische Dienst auch eng mit den Eltern zusammen. So können aufsuchende Familiengespräche organisiert werden, z.B. um in Konflikten zu vermitteln oder Beurlaubungen lösungsorientiert vorzubereiten. Häufig birgt bereits die Klärung der gegenseitigen Erwartungen und Wünschen ein hohes Potential für Entlastung. Die Anregung eines positiven Blickes auf die einzelnen Familienmitglieder mittels systemischer Methoden stellt eine weitere Voraussetzung dar, um sinnvolle Veränderungsprozesse zu initiieren.

Diagnostik

Der therapeutische Dienst verfügt über verschiedene psychometrische Testverfahren. So können bei Bedarf die kognitive Leistungsfähigkeit und die Konzentrationsfähigkeit ermittelt werden. Mittels der Persönlichkeitsdiagnostik können Charaktermerkmale erfasst werden. Weiterhin wird die subjektiv erlebte psychische Belastung mittels Fragebögen in regelmäßigen Abständen ermittelt, um den Verlauf der Hilfsmaßnahme einschätzen zu können. Projektive Tests werden weniger zur Generierung harter Fakten eingesetzt, helfen jedoch, um über persönliche Themen ins Gespräch zu kommen.

Im Einzelkontakt findet weiterhin eine ressourcenorientierte Diagnostik statt, die Stärken, Erfolgserlebnisse und allgemein positive Aspekte des Lebens in den Vordergrund rückt. Aufstellungen am Familienbrett und an der Skalierungsscheibe geben den Klienten Gelegenheit, Vorstellungen zu entwickeln und diesen Ausdruck zu verleihen.

Team:

Benny Schröter, Dipl. Psychologe, NLP Practitioner, leitender Psychologe
Vicky Linke, Psychologin (B.Sc.)
Josefine Radloff, Rehabilitationspsychologin M.Sc.
Michael Jagemann, Diplom Psychologe, Heilpraktiker für Psychotherapie
Daniel Stromayer, Sozialarbeiter B.A., Traumpädagoge i.A.

Innerhalb der Stiftung ist ein Therapeut, Psychologe einer Wohngruppe verbindlich zugeteilt. Er nimmt regelmäßig an Teamberatungen teil. Auch die Teilnahme an Klassenkonferenzen und die Zusammenarbeit mit Schulen und Lehrern kann Teil der psychologischen Begleitung eines Jugendlichen sein. Die Jugendämter werden regelmäßig über den Stand der psychologisch/therapeutischen Arbeit informiert. Der Austausch mit den Jugendämtern und die Teilnahme an der Erarbeitung von Hilfeplänen soll eine gute Zusammenarbeit gewährleisten.

Ansprechpartner

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Benny Schröter

Bereichsleiter

Telefon: 03471-374030

Telefax: 03471-374090

E-Mail: benny.schroeter@stejh.de