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Liebe Sorgen, schlaft gut! Bis Morgen! Weinachtsbrief des Vorstands

Wie jedes Jahr haben unsere Stiftungsvorstände einen Weihnachtsbrief verfasst, den wir hier mit Ihnen teilen möchten:

Liebe Freunde und Freundinnen, Wegbegleiter*innen, Geschäftspartner*innen und Mitarbeiter*innen,

heute Morgen habe ich die erste Kerze angezündet, nun soll sie beginnen die beschauliche Advents- und Weihnachtszeit. Die Weihnachtsmärkte haben ihre Türen geöffnet, in den Kaufhäusern ist alles festlich hergerichtet, viele Privathaushalte haben adventlich geschmückt, wenn auch, wie mir aufgefallen ist, nicht so üppig wie sonst. Energie sparen ist auch hier angezeigt.

Eigentlich wie immer. Aber es ist nicht wie immer, die Welt ist stark aus den Fugen geraten.

Corona, die Angst davor, die Verleugnung, Impfbefürworter, Impfgegner, Verschwörungstheorien. Ich kenne Familien, in denen sich die Mitglieder aufgrund dieses Themas überworfen haben, die im Streit liegen und nicht mehr miteinander sprechen. Dienstlich will oder kann man häufig dem Thema gar nicht mehr folgen. Hier die eine Verordnung, da die andere. In den Schulen gilt dieses, im Kindergarten jenes, die Meldepflichten sind hier so, da anders. Was gilt eigentlich? Resignation ist eingezogen.

Klima: Ist die Erde noch zu retten? Ein alles bestimmendes Thema. Klimaaktivisten und -aktivistinnen, die mit Aktionen auf sich und den Zustand unseres Planeten aufmerksam machen. Politik die handelt, aber immer unter der Prämisse Wohlstand und Wachstum versus Klima. Dem einen ist das zu viel, dem anderen zu wenig. Auch hier gehen die Meinungen weit auseinander.

Migration und Flucht, ein sich wieder verstärkendes Phänomen. Wir merken es hautnah in unserer Gesonderten Beratung und Betreuung, im Jugendmigrationsdienst oder bei den Anfragen nach Wohngruppenplätzen für unbegleitete, minderjährige Geflüchtete. Hier sind die Belastungsgrenzen erreicht, so stark hat die Arbeit in den letzten Monaten zu genommen.

Krieg, wie es scheint, ohne absehbares Ende. Hätten Sie mir vor 10 Jahren gesagt, dass in Europa noch einmal Krieg geführt werden würde, hätte ich vehement widersprochen, das war für mich undenkbar. Doch nun bin ich ernüchtert. Meine Glaubensgrundsätze musste ich in den letzten Monaten über Bord werfen. Ein Grundsatz war: Deutschland liefert keine Waffen in Kriegsgebiete! Der Konflikt macht mir persönlich Angst und ich kann nicht erkennen, dass eine Seite diesen Irrsinn beenden will, sondern dass er am Laufen gehalten wird.

Die Krisen häufen sich: Energiekrise, Hungerkrise, Glaubwürdigkeitskrise, Vertrauenskrise, Armutskrise.

Und als ob das nicht schon genug wäre, machen wir uns das Leben schwer durch Gesetze und Verordnungen. Haben Sie Ihre Gefährdungsbeurteilungen auf dem neuesten Stand? Ist die Liebe Sorgen, schlaft gut! Bis Morgen! Datenschutzrichtlinie beachtet? Sind alle Personalmeldungen im Zuge der Entlastungspakete oder Prämien richtig erstellt? Haben Sie Ihre Leitern regelmäßig nachweislich prüfen lassen, Ihre Elektrogeräte? Haben Sie für jedes Elektrogerät die Betriebsanweisung hinterlegt? Wie sieht es mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement aus?

Und freuen wir uns auf das, was die Zukunft bringt: Ab 1.1.2023 soll es mit den Meldungen der Arbeitsunfähigkeit in elektronischer Form los gehen, dann gibt es keinen „gelben Schein“ mehr. Wir haben es mal durchgespielt und beneiden unsere Personalabteilung nicht.

Gespannt sind wir auf das Thema Zeiterfassung, da stehen wir in den Startlöchern. Das Einrichten einer unabhängigen Beschwerdestelle steht an, und ab dem Jahr 2024 müssen wir als Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden einen Nachhaltigkeitsbericht abgeben.

Ich will nicht jammern, aber wie soll hier eine friedliche Advents- und Weihnachtszeit einziehen?

Die Stiftung und ihre Gesellschaften kümmern sich um die Opfer dieser ganzen Krisen. Familien, die von Armut betroffen sind, die aufgrund dieser Anforderungen oder Überlastungen nicht mehr miteinander klarkommen. Kinder, die in der Schule versagen, denen die Orientierung fehlt. Menschen, die Hunger leiden, Menschen auf der Flucht, die Mord, Totschlag und Vergewaltigungen erlebt haben, die traumatisiert in Deutschland Schutz suchen.

Wir haben als Motto herausgearbeitet: „Wir begleiten ins Leben“, das ist ein Ansatz, der aufgrund unterschiedlichster Stolpersteine aber immer schwerer zu realisieren ist. Die Kluft in unserer Gesellschaft zwischen arm und reich, einheimisch und fremd, links und rechts wird immer größer. Viele sprechen schon von einer Spaltung der Gesellschaft. Der Zusammenhalt wird beschworen, besonders eindrücklich macht das ein YouTube Video der Lebensmittelkette Penny mit dem Thema „Der Riss – Zeit wieder aufeinander zuzugehen“. Ansehen lohnt sich.

Doch zurück zum Ausgang: Advents- und Weihnachtszeit. Eine Zeit, die Hoffnung und Frieden bringen soll. Ja, vielleicht ist es ganz gut, Augen und Ohren mal eine Zeit lang vor all den Krisen zu verschließen, innehalten sich besinnen, Kraft tanken und sich auffüllen. Nur wer etwas hat, kann anderen etwas geben.

Meine Kollegin hat unseren Mitarbeiter*innen eine Karte geschenkt, auf der war zu lesen:
„Liebe Sorgen, schlaft gut! Bis Morgen!“
Eine Oma im Sessel strickt und ein großer Löwe liegt schlafend vor Ihren Füßen.

Mögen Sie einen Raum finden, in dem Sie sich beschützt und behütet fühlen, ich wünsche Ihnen Menschen an Ihrer Seite, die Sie stärken und auffangen, wenn es Ihnen nicht so gut geht. Ich wünsche Ihnen einen Engel, der Ihnen sagt „Fürchte Dich nicht“!

Gott hat uns zugesagt, an unserer Seite zu stehen und uns durchs Leben zu begleiten, auf diese Zusage können wir uns verlassen. Im Alten Testament hat er den Bund mit Noah geschlossen und die Zusage mit dem Zeichen des Regenbogens besiegelt. Im Neuen Testament wurde mit der Geburt und der Auferstehung Jesu dieser Bund erneuert. Wir wünschen Ihnen, dass Sie im neuen Jahr viel von dieser Zusage Gottes spüren.

Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit und ein gutes Jahr 2023,
Klaus Roth, Anna Manser und Dietmar Linde

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