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Diskussion »Erfahrungen auf der Flucht – Ankommen und Leben in Sachsen-Anhalt«

Talk im Bürgeratelier

Das Thema Zuwanderung und Integration ist seit langem ein wichtiges Arbeitsfeld der Stiftung. Im Bereich Migration halten wir verschiedene Angebote wie den Jugendmigrationsdienst, die Migrationsberatung und das Psychosoziale Zentrum für Migrantinnen und Migranten  in Sachsen-Anhalt vor. Wir arbeiten in einer Vielzahl von Projekten daran, das Ankommen der Flüchtlinge und Zuwanderer in Deutschland zu erleichtern.

Die Zuwanderungsdiskussion ist insbesondere durch die mediale Berichterstattung in den  letzten Monaten vermehrt  in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Die Stiftung möchte  verantwortlich Aufklärungsarbeit im Rahmen einer Kampagne leisten und somit die  Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren und Vorurteile abbauen.

Im Rahmen des Stiftungsfestes fand deshalb die Diskussionsrunde »Erfahrungen auf der Flucht – Ankommen und Leben in Sachsen-Anhalt« im Bürgeratelier der Stiftung statt. Klaus Roth, Vorstandvorsitzender der Stiftung führte durch die Gesprächsrunde, in der Flüchtlinge von den traumatischen Erfahrungen ihrer Flucht berichteten.

Die von dem aus Somalia stammenden Herrn A. geschilderten Fluchterlebnisse waren für alle Gäste sehr bewegend. Um den Wirren des seit über 20 Jahren andauernden Bürgerkrieges zu entkommen, floh er mit seiner Frau und seinen Kindern zuerst nach Libyen, welches aber durch die Unruhen nach dem Sturz Gaddafis nicht lange Sicherheit bot. Die Flucht führte ihn und seine Familie deshalb weiter über das Mittelmeer nach Italien. 220 Flüchtlinge, eng aneinander gepfercht in einem zehn Meter langem Holzboot, ohne Kompass oder Navigationsgerät. Als nach tagelanger Irrfahrt auf dem Meer der Treibstoff ausging, wurde daraus eine Reise mit unbekanntem Ausgang, mit Hunger, Durst und Hoffnungslosigkeit. Nach tagelangem Treiben auf dem offenem Meer ohne Aussicht auf das rettende Ufer bekamen sie doch Hilfe von einem vorbeifahrenden Frachter, welcher sie bis zu einer italienischen Insel ins Schlepptau nahm. Von Italien führte die Flucht weiter über Dänemark nach Deutschland. Eine ähnliche Geschichte erzählte auch Herr Y. aus Mali, welcher heute in Bernburg lebt und als Integrationshelfer neu ankommenden Flüchtlingen Unterstützung und Hilfe anbietet.

Ekatarina Marynich und Tobias Drehsen, beides Mitarbeiter des Psychosozialen Zentrums für Migrantinnen und Migranten in Sachsen-Anhalt berichten, wie sie diese Erlebnisse mit den erwachsenen Flüchtlingen aber auch bei Kindern und Jugendlichen gemeinsam bearbeiten.

Landrat Markus Bauer stellte mit dem Betreuungskonzept des Salzlandkreises vor, wie man auf Ebene des Landkreises mit Zuwanderung und Integration umgehen möchte und welche Hilfen dafür zur Verfügung gestellt werden. Der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, betonte, wie wichtig es sei, das Ankommen und die Integration von Flüchtlingen auf eine breite Bevölkerungsbasis zu stellen, hierfür müsse grundsätzlich gemeinsam von allen gesellschaftlichen Kräften an einer positive Haltung gearbeitet werden.

Herr A. und Herr Y. fassten zusammen, dass sie sich gut in Deutschland angekommen fühlen und dafür dankbar seien. Sie äußerten einige Wünsche, wie die Situation zu verbessern sei. So sollten den Flüchtlingen von Anfang an Paten an die Seite gestellt werden, die ihnen beim Ankommen in Deutschland Unterstützung bieten. Eine anfängliche Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften sehen sie als hilfreich, um sich im neuen Land zu orientieren und um sich nicht allein in einer so anderen Kultur zu fühlen. Später sollte aber der Weg in eine eigene Wohnung offen stehen. Wichtig ist ihrer Meinung nach, dass die Integration durch gezielte Sprach-, Bildungs- und Beschäftigungsangebote gefördert und erleichtert wird. Hier sehen sie noch viel Bedarf.

Wie bereits oben aufgeführt, ist die Stiftung mit vielfältigen Angeboten im Bereich Zuwanderung und Integration aktiv, so können beispielsweise im Projekt LOOP junge Flüchtlinge einen Schulabschluss nachholen, der ihnen Wege in Ausbildung und Beruf eröffnet.

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet aktuell über dieses Projekt: Externer Link

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